Letzte Änderung: 05. Oktober 2021

Juniorprofessur für Kriminologie, Strafrecht und Sicherheitsforschung im digitalen Zeitalter

Jun.-Prof. Dr. Sebastian Golla

  • Sicherheitsparadoxa

    Ringvorlesung im Wintersemester 2021/2022 - freitags, 14:00 bis 15:00 Uhr
          - Flyer mit allen weiteren Informationen -
     

    22.10.2021 Prof. Dr. Estrid Sorensen                     

    • Von einem diskreten zu einem relationalen Datenbegriff und die Konsequenzen für den Datenschutz

     

    05.11.2021 Prof. Dr. Arndt Kiehnle

    • Unsicherheit für alle durch Kreditsicherheiten für manche?

     

    19.11.2021 Dr. Nicole Bögelein

    • Forschung für die Sicherheit - Sicherheit für die Beforschten

     

    03.12.2021 Prof. Dr. Tobias Singelnstein (online Veranstaltung)

    • Sicherheiten in unsicheren Zeiten - Zur sozialen Konstruktion von Kriminalität und Bedrohung
       

    14.01.2022 Prof. Dr. Markus Kaltenborn

    • Rechtliche Rahmenbedingungen globaler sozialer Sicherheit

     

    21.01.2022 Prof. Dr. Bettina Schöndorf-Haubold

    • Sicherheitsgewinne durch Sicherheitsverluste? Das Dilemma von Freiheit und Sicherheit im Polizeirecht

     

    28.01.2022 Prof. Dr. Eckart Conze

    • Zwischen Versprechen und Bedrohung. Sicherheit in historischer Perspektive

     

    Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden – soweit nicht anders gekennzeichnet – in Hörsaal HGD 30 (Gebäude GD, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum) statt. Bitte beachten Sie, dass für die Teilnahme eine Anmeldung per E-Mail an ls-strafrecht@rub.de sowie für die Präsenzveranstaltungen ein 3G-Nachweis erforderlich ist. Die Teilnahme ist kostenfrei.

  • Kontakt

    Juniorprofessur für Kriminologie, Strafrecht und Sicherheitsforschung im digitalen Zeitalter
    Ruhr-Universität Bochum
    Juristische Fakultät
    Bochumer Fenster
    7. Etage, Raum 7.22
    Massenbergstraße 11
    44787 Bochum

     

    krimistrafsicher@rub.de

     

    Tel.: +49 234 32 28865

     

    Sprechstunde nach Vereinbarung.

  • Forschung

    Künstliche Intelligenz in Strafverfolgung und Gefahrenabwehr

     

    Polizei und Sicherheitsbehörden setzen KI bei der Auswertung von Videoaufzeichnungen und großen Textmengen ein; weitere Anwendungen sind zu erwarten. Dabei stellen sich Fragen nach den notwendigen Befugnissen und verfassungsrechtlichen Grenzen. Die in der Strafprozessordnung geregelten Befugnisse sind größtenteils nicht auf KI-Methoden zugeschnitten. Im Polizeirecht existieren einzelne neue Regelungsansätze, die allerdings Defizite aufweisen. Der Einsatz lernfähiger Systeme bedarf ein verstärkt lernfähiges Recht, das dynamischen technologischen Entwicklungen begegnen kann.

     

    Publikation: Lernfähige Systeme, lernfähiges Polizeirecht: Regulierung von künstlicher Intelligenz am Beispiel von Videoüberwachung und Datenabgleich, KrimJ 2020, 149-161.

     

    Die Juniorprofessur ist Partnerin in dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt KISTRA: Einsatz von KI zur Früherkennung von Straftaten.

     

    IT-Sicherheit und Strafrecht

     

    Die Gewährleistung von IT-Sicherheit ist in der digitalisierten Welt eine Grundbedingung des Rechtsgüterschutzes und der Freiheitsentfaltung. Die Bedeutung des IT-Sicherheitsrechts als eigenständigem Rechtsgebiet wächst. Das Strafrecht spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Strafgesetzbuch enthält bereits seit den 1980er-Jahren Regelungen zum Schutz von Daten und Computersystemen, Ergänzungen werden laufend diskutiert. Allerdings ist die Strafverfolgung von international tätigen Hackern ein schwieriges Unterfangen. Zugleich können Strafnormen negative Auswirkungen auf den Schutz der IT-Sicherheit haben, wenn sie etwa Forschende davon abhalten, sicherheitsrelevante Maßnahmen wie Penetrationstests durchzuführen. Dazu besteht das Risiko, dass der Staat als Gefährder der IT-Sicherheit auftritt, indem er Sicherheitslücken ausnutzt, um Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. Das komplexe Verhältnis von IT-Sicherheit und Strafrecht ist näher zu untersuchen.

     

    Publikation: Der Staat als Manipulant und Saboteur der IT-Sicherheit? Die Zulässigkeit von Begleitmaßnahmen zu „Online-Durchsuchung“ und Quellen-TKÜ, in: NJW 2019, 1111-1116 (zusammen mit Benjamin Derin).

     

    Die kriminalbehördliche Informationsordnung

     

    Polizeiliche und staatsanwaltschaftliche Informationssysteme existieren in Bund und Ländern in einer kaum überschaubaren Zahl und sind von unschätzbarem Wert für die Strafverfolgung und ihre Vorbereitung. Zugleich kann ihre Nutzung Personen stigmatisieren und kriminalisieren. Diese Risiken wachsen mit dem Einsatz neuer Techniken zu Abruf und Verknüpfung der gespeicherten Daten. Ob der gegenwärtige rechtliche Rahmen ausreicht, um die kriminalbehördliche Informationsordnung einzuhegen, ist zweifelhaft. Hierzu bedarf es näherer kriminologischer und juristischer Forschung unter Berücksichtigung der Vorgaben von Verfassungsrecht, Strafprozessrecht, Datenschutzrecht und Antidiskriminierungsrecht.

     

    Publikation: Risiken der polizeilichen Informationsordnung, in: Jahrbuch Informationsfreiheit und Informationsrecht 2019, S. 199-216.

  • Lehre

    Lehrveranstaltung im Wintersemester 2021/2022:

     

    RUBRUM Examinatorium – Strafrecht Allgemeiner Teil (Link)

     

    Lehrveranstaltung im Sommersemester 2021:

     

    Seminar zum Strafrecht und Strafprozessrecht: Künstliche Intelligenz und Strafrecht

     

    Lehrveranstaltung im Wintersemester 2020/2021:

     

    RUBRUM Examinatorium – Strafrecht Allgemeiner Teil

     

     

  • Zur Person

    Sebastian Golla studierte Rechtswissenschaften in Münster und Santiago de Chile. 2015 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin im Strafrecht zu dem Thema "Die Straf- und Bußgeldtatbestände der Datenschutzgesetze". Von 2012 bis 2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2016 bis 2020 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Matthias Bäcker an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit August 2020 ist er Juniorprofessur für Kriminologie, Strafrecht und Sicherheitsforschung im digitalen Zeitalter an der Ruhr-Universität Bochum.

     

    Ein aktuelles Schriftenverzeichnis finden Sie hier.

  • Mitarbeiter*innen

    Frau Aileen Broich, Sekretariat

    Bo Fenster 6/06

    E-Mail: krimistrafsicher@rub.de

    Telefon: 0234/32-28860

     

    Frau Charlotte Korenke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Bo Fenster 7/23

    E-Mail: charlotte.korenke@rub.de

    Telefon: 0234/32-28289

     

    Herr Marius Kühne, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Bo Fenster 7/24

    E-Mail: marius.kuehne@rub.de

     

    Frau Joana Hesper, Studentische Hilfskraft

    Bo Fenster 7/24

     

    Frau Lilli Wouhbé, Studentische Hilfskraft

    Bo Fenster 7/23

  • Promotion

    Laufende Vorhaben:

    Lisa Düsselberg - Maschinenstrafrecht

     

    Sollten Sie Interesse an einer Promotion haben, schlagen Sie Ihr Projekt gerne mit einer Themenskizze und Ihrem Lebenslauf vor. Beachten Sie bitte vorab die Kriterien der Promotionsordnung. Sofern die Voraussetzungen zur Promotion erfüllt sind sowie ein geeignetes Thema mit Bezug zur Professur und die Kapazitäten für eine Betreuung vorliegen, ist ein Exposé zu erarbeiten. Wenn daraus die zur Anfertigung einer Dissertation erforderlichen methodischen und sprachlichen Fähigkeiten erkennbar werden, kann eine Promotionsvereinbarung geschlossen werden.